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Heute schon Schwein gehabt?

Schweine gehören zum Alltag - auch in der Sprache

Schweine gehören zum Alltag - auch in der Sprache

Guten Tag, Weilburg! (9.1.2012/MK) Heute bin ich saugut drauf, denn ich kann endlich mal schweinisch die Sau rauslassen und im Schweinsgalopp durch die deutsche Alltagssprache sau-sen auf der Suche nach dem Schwein.

Und ja, es geht dabei immer noch um unser Redaktionsschwein, das demnächst in Weilburg-Kubach das dämmerige Licht des Schweinekobens erblicken wird mit dem Ziel, den Weg allen Schweinischen zu gehen, sprich: in Kochtopf, Pfanne und/oder in die Wurst.

Nachdem ich nun also meinen inneren Schweinehund besiegt habe und – zunächst mit meiner Sauklaue (ich gebe zu, sie ist wirklich unter aller Sau) auf Papier – alle Redewendungen notiert habe, in denen Schweine oder – schlimmer noch! – Säue vorkommen, glaube ich wirklich, mein Schwein pfeift: Kein anderes Tier beschäftigt uns hierzulande offenbar so intensiv wie das Schwein. Im Guten wie im Schlechten.

So mancher Autofahrer fegt über unsere Straßen wie eine gesengte Sau, es geht uns saugut, und wenn es uns sauschlecht oder schweineelend geht, nennt man uns zu Recht ein armes Schwein. Wenn etwas teuer ist, kostet es ein Schweinegeld, und wenn uns jemand zu sehr auf die Pelle rückt, stellt sich die Frage: „Sag mal, haben wir zusammen die Schweine gehütet?“

Haben wir natürlich nicht, denn der schöne alte Beruf des Schweinehirten kommt zwar noch in vielen Märchen vor, ist aber in der Realität in diesem unserem Lande ausgestorben. Und wenn es ihn noch gäbe, wäre die Bezahlung wahrscheinlich unter aller Sau.

Die größte Schweinerei in letzter Zeit ist übrigens das Sauwetter. Wenn die Kinder mit schmutzigen Schuhen heimkommen, sieht es daheim schnell aus wie in einem Saustall, und es ist eine Schweinearbeit, das alles wieder sau-ber zu machen ;-)). Ich schwitze wie ein Schwein, und dann guckt doch wieder kein Schwein und ich hab mir die Mühe ganz umsonst gemacht.

Wer sich beim Kartoffelschälen in die Finger schneidet, blutet wie ein Schwein. Und wer schweinische Witze erzählt, ist ein Schweinigel. Wobei – haben Sie schon mal eine Kreuzung zwischen einem Schwein und einem Igel leibhaftig gesehen? Das glaubt doch wieder kein Schwein.

Aber ich will hier nicht noch mehr Perlen vor die Säue werfen, denn vermutlich wissen Sie meine Bemühungen um Schweine in der Sprache nicht wirklich zu schätzen. Selbst dann nicht, wenn Sie beispielsweise aus Schweinfurt, Eberswalde oder anderen schweinischen Orten kommen.

Ehe Sie mich also nun zur Sau machen, will ich diesen Beitrag schließen mit der Bitte: Lassen Sie die Sau raus! Ergänzen Sie meine Sammlung von saustarken Redewendungen rund ums Schwein und geben Sie mir Tipps, warum das Schwein uns alle offenbar so ganz besonders beschäftigt. Ich will‘s wissen! Aber ich seh‘ schon kommen: Kein Schwein ruft mich an!

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www.solinger-bote.de Carsten Stoffel ist Redakteur beim solinger-bote.de, der es in noch nicht einmal einem Jahr geschafft hat, seinen festen Platz in der Solinger Medienlandschaft zu etablieren. “Meinung braucht Vielfalt an Informationen” heißt es in der Vorstellung. Neben allgemeinen Themen steht im Solinger Boten die kommunale Politik im Vordergrund. Unabhängigkeit von Verlegern, Herausgebern und Anzeigenkunden sichern dem solinger-bote.de einen kritischen Journalismus im Bergischen Land.

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Beitrag von an Montag, 9. Januar 2012, 22:37:16. Gespeichert unter Foto-Galerie,Neues,Redaktionsschwein. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag verfolgen RSS 2.0. Kommentare sind derzeit geschlossen, Sie können aber eine Verlinkung von Ihrer eigenen Seite setzen.