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Guten Tag, Weilburg! (14.02.2012, KS) ACTA beschäftigt auch Weilburger Gemüter. Klar, denn die internationale Vereinbarung zum Kampf gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen soll auch zur stärkeren Überwachung aller Internetaktivitäten führen. Die Europäische Union hat der Vereinbarung schon zugestimmt, in Deutschland war man zunächst für den Beitritt. Dann jedoch besann sich Bundesjustizministerin Leutheuser-Schnarrenberger ihrer liberalen Herkunft und hat die Unterschrift verweigert. Nach dem vergangenen Wochenende mit weltweiten Demonstrationen, besonders auch in Frankfurt und anderen deutschen Städten, scheint die Vereinbarung zunächst einmal vom Tisch.
Ben Gauß, ein Hobbyfotograf mit eigener Internetseite aus der Nähe von Wuppertal, wohnt seit 14 Tagen in Weilburg. Er studiert an der Technikakademie und war am Samstag auf der Demo in Frankfurt. Die Weilburger Nachrichten haben mit ihm ein Twitter-Interview geführt.
WN: Hi, Ben, Du warst am Samstag auf der ACTA-Demo – hast Du einen Moment Zeit für uns?
Ben: Ich war leider nur kurz auf der Demo, da wir etwas spät dran waren. Aber für euch habe ich natürlich Zeit!
WN: Sag’ mal, worum drehte es sich dort eigentlich?
Ben: Zentral war die Forderung die Abschaffung, oder mindestens deutliche Überarbeitung, des #ACTA Abkommens.
WN: und das heißt?
Ben: Viele Menschen fürchten um eine breite Zensur des Internets in seiner jetzigen Nutzung. Weiter wird eine breite >> Monopolisierung von Landwirtschaft, Medizin, Forschung und Technik durch Patentisierung befürchtet. Einer der größten Kritikpunkte der Kritiker ist zudem, dass ACTA, welches deutliche Auswirkungen haben könnte, im >> geheimen Ausgehandelt wurde, ohne dass die Bevölkerung davon überhaupt unterrichtet wurde.
WN: Wir dachten, es dreht sich hauptsächlich um Urheberrechte, so kommt es zumindest in den Medien rüber.
Ben: Die neue Patentregelung ist in der Tat ein weiterer Kern von ACTA, welche jedoch keine breite Berichterstattung erfährt. ACTA geschieht im Namen der Urheberrechte, durch die erste große Protestwelle wird es vor allem im Kontext des >> Internets gesehen. Jedoch sind es in der Tat mehrere Kritikpunkte. Wie beispielsweise das Patentrecht, fehlende >> Rechtssicherheit und sogar hin bis zur Landwirtschaft und Medizin durch ein Verbot von Replikaprodukten.
WN: Bist Du denn für oder gegen ACTA?
Ben: Es gibt durchaus gute Gründe für eine Reform des Urheberrechtes. Insbesondere da es im modernen Informationszeitalter >> kaum mehr wirklich Halt hat. Jedoch lehne ich die Art und Weise, wie ACTA ausgehandelt und umgesetzt >> werden sollte entschieden ab. Darum bin ich klar gegen ACTA in seiner jetzigen Form.
WN: Ah, denn eigentlich solltest Du als Fotograf mit eigener Webseite doch für einen besser Urheberschutz sein, oder?
Ben: Es stimmt schon, dass die digitalisierte Fotografie besonders oft betroffen ist. Jedoch ist das Internet kein >> rechtsfreier Raum. Schon jetzt habe ich Mittel und Wege, um mein geistiges Eigentum zu zchützen und eine >> Verbreitung zu unterbinden oder zumindest rückgängig zu machen. Ich sehe also in dieser Sache keinen solch >> gescheiterten Versuch das Urheberrecht zu reformieren. Ich möchte, dass Leute sich an meinen Bildern erfreuen können >> und nicht in der Angst leben, dass sie nur mit einem Besuch der Seite bereits zu Straftätern werden.
WN: Nochmal zur Demo: war viel los? Wieviele waren dort?
Ben: Laut offiziellen Angaben waren es mehr als 5000 Menschen in Frankfurt. Generell war für das Wetter viel los. Andere >> Länder hatten jedoch eine weitaus höhere Beteiligung. Was aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Es war eine gute >> und vor allem friedliche Demo, die dennoch deutlich ihre Forderung absetzen konnte. Wie die Reaktion der Politik bewies.
WN: Prima, danke! Letzte Frage: Du bist erst 14 Tage in Weilburg an der TA, gefällt Dir unser Städtchen?
Ben: Ich bin mehr als positiv überrascht! Weilburg konnte mich gerade durch seine Altstadt und der vielen Kultur ringsum überzeugen.
WN: Danke für die Blumen!!!! Das freut alle WeilburgerInnen und Ingeplackte! Danke für Deine Zeit und Danke für das Foto!
Das vollständige Interview können Sie bei www.twitter.com unter dem Hashtag #benATAC nachlesen. Und wenn Sie schon mal bei Twitter angekommen sind, können Sie auch gleich den Nutznamen weilburger abonnieren.
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stahl Andreas
Mittwoch, 15. Februar 2012, 11:44:16 an 11:44
Nicht nur das ACTA Geheim und darum Undemokratisch ausgewürfelt wurde, nein ACTA hatte auch nur Berater die FÜR ein schärferes Urheberrecht sind (aus wirtschaftlichen Gründen…
Die Fotos von Ben interessieren in solchen fällen nämlich gar nicht, Es geht darum Geld in die Taschen von Verwertern zu spülen. (Ratet mal, warum diese an Acta beteiligt waren)
Wenn sie ein Lied vermarkten wollen, das sie selber Komponiert haben, kommen sie kaum an einem Plattenlabel vorbei. Diesen dürfen sie dann die Rechte abtreten und bekommen einen kleinen Obolus dafür. Wenn Jetzt das Lied herunter geladen wird, schadet man am meisten den Leuten die am wenigsten Arbeit und Hirnschmalz damit hatten…
Weilburg Online
Montag, 20. Februar 2012, 04:51:26 an 04:51
Die Überschrift täuscht doch ein wenig.
Ich dachte schon dass tatsächlich in Weilburg übr ACTA diskutiert wird, dabei weiß man dort noch nicht mal, wie man eine vernünftige Webseite für die Stadt hin bekommt und die Richter sprechen im Bereich Internet Urteile, dass sich einem die Haare zu Berge stellen.
Da können wir aus eigener Erfahrung sprechen.
Wie heißt es so schön:
Unwissenheit schützt vor Strafe nicht -
jedoch wird es blöd, wenn man bestraft wird, weil der Richter unwissend ist und nach “Golfclub Zugehörigkeit” entscheidet.
Wie Ben schon erwähnt hat bezieht sich ACTA nicht nur auf das Internet, aber ich will mal einfach ins Blaue behaupten, dass 90% der Weilburger nicht mal wissen worum es da überhaupt geht
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