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Ferien vom Krieg – Offener Brief von Pfarrer i.R. Hubertus Janssen aus Limburg-Eschhofen

Junge Menschen aus Israel und Palästina begegnen sich (2011)

Junge Menschen aus Israel und Palästina begegnen sich (2011)

Guten Tag, Weilburg! (06.05.2012, von Hubertus Janssen) Seit achtzehn Jahren zeigt die Aktion „Ferien vom Krieg“ exemplarisch, dass es in allen Kriegsgebieten – trotz Verleumdungen und Hass – neugierige junge Menschen gibt, die der jeweiligen Propaganda der Herrschenden nicht mehr trauen und die angeblichen Feinde von Angesicht zu Angesicht kennenlernen wollen.

Über 20.000 Jugendliche aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawien haben bei Ferienfreizeiten und Dialogseminaren mit „den Anderen“ zwei Wochen am Meer verbracht, gebadet, getanzt und Ausflügen gemacht, aber auch über ihre Kriegstraumata und ihr leidvolles Alltagsleben in der Nachkriegszeit gesprochen. Inzwischen gibt es in den Heimatregionen immer mehr selbst organisierte Folgetreffen und Gruppen, die über die Grenzen hinweg ihre Erfahrungen weiter vermitteln. Das ist im ehemaligen Jugoslawien immer noch sehr ungewöhnlich, stößt aber inzwischen auf großes Interesse bei den Medien.

Der Versuch „alles in Gleichgewicht“ zu bringen.

Der Versuch „alles in Gleichgewicht“ zu bringen.

Aus Israel und Palästina (Westbank) sind bisher 1.600 junge Menschen (ca. 200 jährlich) zwei Wochen nach Deutschland gekommen, darunter auch Frauengruppen, um zum ersten Mal ihre angebliche Feinde zu treffen. Sie haben unter einem Dach gelebt, einander zugehört, die fremde Sicht auf die Konfliktgeschichte kennengelernt und heftig gestritten – aber auch zusammen um die Opfer getrauert. Sie haben gemeinsame Ausflüge gemacht und sich bei Freizeitaktivitäten zusammen amüsiert. Diese Dialogprozesse sind intensiv und schmerzhaft, aber auch hoffnungsvoll und ermutigend.

Währen des Libanon- und des Gazakrieges schien es zweifelhaft, ob die Begegnungen stattfinden könnten, doch die jungen Menschen wollten die Friedensgespräche auf Graswurzelebene weiterführen, nachdem alle offizielle Verhandlungen seit Jahrzehnten gescheitert sind. Nur eine soziale Bewegung von unten kann auf beiden Seiten die festgefahrenen Ideologien und Interessen in Bewegung bringen.

 

Ferienspiele in Nablus

Ferienspiele in Nablus

22.250 junge Menschen aus Kriegsgebieten haben erlebt: Wir können zusammen leben, sogar unter einem Dach! Das ist eine phantastische Erfahrung.

Unter den 22.250 TeilnehmerInnen gab es bisher keinerlei tätliche Auseinandersetzungen zwischen den „Feinden“ jedoch viele anhaltende Kontakte, Freundschaften und gemeinsame Friedensaktivitäten über die Grenzen hinweg.

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. (Erich Kästner)

Im Sommer 2012 findet die Aktion „Ferien vom Krieg“ zum 19. Mal statt. Aus der akuten Nothilfe für Kriegskinder aus Flüchtlingslagern im ehemaligen Jugoslawien entwickelte sich ein erfolgreiches Projekt für Friedenspädagogik und zivile Konfliktbearbeitung auf Graswurzelebene.

Von Anfang an (1994) hab en sich viele Bürgerinnen und Bürger aus Eschhofen und aus dem Kreis Limburg-Weilburg mit großem Engagement, Ausdauer und enorme Spendenbereitschaft an dieser Friedensinitiative beteiligt.

Obwohl ich seit dem 1. Dezember 2010 in den Ruhestand getreten bin, werde ich diese herausragende Friedensinitiative weiterhin unterstützen.

Niemand kümmert sich wer Serbe, Kroate oder Muslim war. Gemeinsame Freude.

Niemand kümmert sich wer Serbe, Kroate oder Muslim war. Gemeinsame Freude.

Da das frühere Spendenkonto aufgelöst wurde, möchte ich sehr herzlich darum bitten in Zukunft Spenden direkt an das Komitee für Grundrechte und Demokratie zu überweisen. Bitte unterstützen Sie diese beispielhafte friedenspolitische Praxis und übernehmen Sie eine „Ferienpatenschaft“ von +/- 130 €. Natürlich sind auch kleinere oder größere Spenden Willkommen.  Konto: Grundrechtekomitee Nr. 8013055 bei Volksbank Odenwald BLZ 508 635 13.

Die Kriegskinder aus dem ehemaligen Jugoslawien, die junge Menschen aus Israel und Palästina, werden sich über Ihre Spenden für diese Friedensaktion freuen. Persönlich weiß ich aus Erfahrung wie wichtig diese Friedenspolitische Aktivität ist und bei den traumatisierten Kindern und Jugendlichen bewirken kann. Es wäre schön, wenn die Region Limburg-Weilburger sich auch in diesem Jahr erneut beispielhaft beteiligen würden.

Bei Angabe von Name und Anschrift wird das Komitee für Grundrechte und Demokratie Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aushändigen.

Hubertus Janssen Pfr. i.R. Kurtrierische Straße 30, 65552 Limburg-Eschhofen, Tel.: 06431 9776979.

Beitrag von an Sonntag, 6. Mai 2012, 09:23:57. Gespeichert unter Foto-Galerie,LM,Neues,Weilburg. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag verfolgen RSS 2.0. Sie können einen Kommentar oder eine Verlinkung hinterlassen

4 Antworten auf Ferien vom Krieg – Offener Brief von Pfarrer i.R. Hubertus Janssen aus Limburg-Eschhofen

  1. Pingback: mffun Blog   Ferien vom Krieg – Offener Brief von Pfarrer iR Hubertus Janssen aus Limburg … – Weilburger Nachrichten

  2. Clemens Wolf

    Sonntag, 6. Mai 2012, 16:50:09 an 16:50

    Ich unterstützte aus voller Überzeugung den Aufruf von Pfarrer Janssen. Ich ergänze:
    stoppt die Spekulation mit Nahrungsmitteln, damit solche Leute wie der ehemalige Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann damit für sich und seine kriminellen Kumpanen damit kein Geld mehr verdienen kann; vor allem aber,damit endlich das Problem des Hungers in der Welt angepackt wird.
    Stoppt das EU-Abkommen mit Indien, das Hunderttausende Kleinhändler und Bauern ihre landwirtschaftliche Existenz vernichtet, nur damit die europäischen Supermarktketten und Lebensmittelproduzenten ihre Überschüsse los werden.
    Stoppt endlich das skandalöse Gebaren unserer machtversessenen Bischöfe und Kardinäle, die sich in Wohlleibigkeit und Selbstgewissheit verlieren, anstatt eine Kirche der Armen zu sein, die sich um Hungernde, Einsame, Arme, Kranken und Arbeitslose kümmert statt mit den “Weltenlenkern” auf “Wirtschaftskongressen” zu poussieren (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 21.12.2011).
    Stoppt die unfähigen, arroganten und überheblichen Kardinäle und Bischöfe, die wie der Kurienkardinal Sodano die Aufklärung des Kirchenskandal des Missbrauchs als “dummes unsinniges Geschwätz” abtun: von Reue und Demut keine Spur.

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  4. Peter Sutor

    Montag, 7. Mai 2012, 16:48:13 an 16:48

    Lieber Hubertus,
    Deine Initiative für den Frieden unterstütze ich
    selbstverständlich von ganzem Herzen,
    und sehr gerne solidarisiere ich mich auch mit den
    drastischen Feststellungen von Herrn Clemens Wolf.

    Frieden und Freiheit allezeit,
    dazu sei jeder Mensch bereit!

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