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Nachgefragt: “Wie, Weilburg soll keine Stadthalle mehr haben?”

Aus Stadthalle wird Restaurant Cafe

Aus Stadthalle wird Restaurant Cafe

Guten Tag, Weilburg! (19.05.2012, KS) So langsam realisieren die WeilburgerInnen, dass es der Stadthalle “Alte Reitschule” nun wirklich an den Kragen geht. Am 30. Juni ist wirklich alles vorbei, der Eigentümer hat schon angefangen, “Nägel mit Köpfen” zu machen. Er hat begonnen, den Eingangsbereich optisch umzugestalten, hat vor dem Eingang Parkplätze eingerichtet (auf städtischem Grund, übrigens) und die Schriftzüge verändern lassen. Er ist anscheinend nicht daran interessiert, dass die Stadt die Halle weiterbenutzt. Und vielleicht hat er ja auch Pläne, von denen wir heute noch nichts wissen. Pläne, die es für ihn interessant machen, die Stadt als Mieter nicht als “Klotz am Bein” mit sich herumzuschleppen.

Derweil diskutieren unsere Stadtparlamentarier durchaus kontrovers die von unserem besten Bürgermeister von allen ins Spiel gebrachten drei Optionen: “a) Schließung der Stadthalle auf Dauer, b) Neubau einer funktionalen Stadthalle auf dem Kirmesplatz oder einem anderen verkehrsgünstigen Standort bei einem Kostenvolumen von ca. 8 Millionen Euro (Schätzung Fachdienst Stadtplanung, Hochbau und Natur, Stadt Weilburg), c) Anmietung der Stadthalle “Alte Reitschule” auf Basis des Mietvertrages von 1986 mit einer Laufzeit bis 2040 und Durchführung der Brandschutz- und Modernisierungsmaßnahmen durch die Stadt bei einem Kostenvolumen von rund 2,2 Millionen Euro im Zeitraum 2015 bis 2017.” Dabei ist aber die Variante b) in Zeiten leerer Stadtkassen und raren Investoren von vorn herein ausgeschlossen.

Bleiben also Schließung auf Dauer oder Verlängerung des Mietvertrages. Und diese Entscheidung, liebe WeilburgerInnen, möchte ich nicht zu treffen haben.

Verlängerung des Mietvertrages und 2,2 Millionen Euro Investition

Lassen Sie uns einmal davon ausgehen, dass unsere gewählten Volksvertreter (inklusive Magistrat und Bürgermeister) die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen werden. Unsere heutige Stadthallen-Situation findet ihren Ursprung im Jahr 2004. Damals wurden Schlosshotel und Stadthalle verkauft, die Stadt hätte für die Stadthalle ein Kaufangebot vorlegen und auch ein Vorkaufsrecht geltend machen können. Beides ist nicht geschehen und außerdem ist die Stadt mit dem Erwerber der Stadthalle “Alte Reitschule” einen Mietvertrag eingegangen, der ursprünglich mit dem Land Hessen – also der öffentlichen Hand – zustande gekommen war.

Das heißt also, lassen Sie uns davon ausgehen, dass wir wirklich für die nächsten 28 Jahre Ruhe haben werden. Dann könnte es Sinn machen, einen Betrag X in die Stadthalle zu investieren. Doch, so fragt sich beispielsweise die FDP zu Recht, wie belastbar sind eigentlich die Zahlen, die uns in der Bürgermeister-Vorlage genannt werden? Elektro-Komplettsanierung für rund 415.000 Euro? Vielleicht lässt sich das schieben? Vielleicht lässt sich der Gesamtbetrag von 2.236.684 Euro erheblich reduzieren? Vielleicht sogar soweit, dass man ernsthaft darüber nachdenken könnte? Auch in Zeiten, in denen der Kommunale Schutzschirm diskutiert wird?

Schließung der Stadthalle auf Dauer

Denn eines erscheint sicher: Eine Stadt wie Weilburg, ein Schulstandort, ohne Stadthalle ist schier undenkbar. Wenn denn das neue Bürgerhaus Hirschhausen die Schutzschirm-Diskussion überlebt, dann wäre die Kernstadt als einziger Stadtteil ohne funktionfähiges Bürgerhaus. Und, das schreibe ich jetzt als Betroffener in diesem Jahr, es kann doch wohl nicht angehen, dass Weilburg zum Abi-Ball 2012 nach Limburg fahren muss. Rund 600 Menschen pilgern in die “große Kreisstadt” um dort nach den finanziell erfolgreichsten Abi-Vorfeiern aller Zeiten mit ein paar Häppchen Finger-Food abgespeist zu werden (allesa andere wäre zu teuer gewesen). Ein bisschen stolz sollte auch in Zeiten knapper Gelder noch vorhanden sein.

Von 30 Veranstaltungen spricht Bürgermeister in seiner Vorlage, die am kommenden Donnerstag im Parlament beraten wird. Theateraufführungen (10), Gardeball/Herbstball (2), Rosenmontag (1), Ostermarkt (1), Schlosskonzerte (1), Schule (5), Seniorennachmittag (1) und weitere größere Veranstaltungen (5 – 10) könnten in der Stadthalle stattfinden. Wenn es bei den 2,2 Millionen Euro Aufwand für die Stadthalle bleibt, dann würde jede einzelne dieser Veranstaltungen mit 5000 Euro mitfinanziert.

Wie gesagt, ich möchte die Entscheidung nicht zu treffen haben. Und wie sie es machen, unsere Damen und Herren Volksvertreter, sie machen es mit Sicherheit verkehrt. Das zeigten schon die Kommentare hier auf diesen Seiten zur ersten Ankündigung der Entscheidung am kommenden Donnerstag.

Herzlichst, Ihr Karl-Josef Schäfer

 

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es in Weilburg nicht nur die Wahrheit eines Einzelnen geben darf!

 

 

Beitrag von an Samstag, 19. Mai 2012, 08:08:33. Gespeichert unter Foto-Galerie,Nachgefragt,Neues. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag verfolgen RSS 2.0. Sie können einen Kommentar oder eine Verlinkung hinterlassen

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