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Weilburg: Alle Räder stehen still, …..

Windräder in Weilburg - Ein großer Flop?

Windräder in Weilburg – Ein großer Flop?

Guten Tag, Weilburg! (31.07.2012, KS und Hartmut Bock) Am 18. Juli begannen die Weilburger Nachrichten noch etwas kryptisch, das Thema “Energiewende” vorzubereiten, sie zitierten den ollen Goethe. Am 19. Juli fragten die Weilburger Nachrichten einmal nach: “Welcher Ausschuss ist für die Windräder zuständig? Das Kleine an der Frankfurter Straße habe ich noch nicht laufen sehen. Schlechter Standort? Von den beiden in Kubach läuft auch immer nur eines – zumindest wenn ich nachschauen komme.” Jetzt hat Stadtverordneter und Bauausschussvorsitzender Hartmut Bock das Thema aufgegriffen. Folgender Beitrag ist auf der SPD-Internetseite zu lesen (Übernahme mit Erlaubnis des Verfassers):

Zitat: “Die Energiewende in Weilburg ist ins Stocken geraten. Diesen Eindruck bekommt der aufmerksame Beobachter, bei der Betrachtung der Weilburger Aktivitäten.

 

Am Anfang lief alles sehr schnell. Nach der Kommunalwahl im März 2011 haben sich Rot und Grün in Weilburg auf eine Zusammenarbeit verständigt. Ein wichtiger Punkt war dabei die Unterstützung der Energiewende auch in Weilburg. Weg vom Atomstrom, so das große Ziel. Umstrukturierung der Stadtwerke vom Energieverkäufer zum Energieerzeuger. Einsatz regenerativer Energien. Nutzung von Wind und Sonne. Das waren die großen Schlagworte. Stadt und Bürger sollten davon profitieren durch Geld aus der Energiewirtschaft für die Stadtkasse.

Passiert ist bisher wenig. Erfolge fehlen

In einem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen im Stadtparlament vom November 2011 wurde das Thema vorangetrieben. Mit Expertenrat sollte das vorhandene Energiepotential erkundet werden, Handlungsfelder waren aufzuzeigen und Umsetzungsschritte vorzubereiten, Bevölkerung und Öffentlichkeit waren zu informieren. Bis Mai 2012 wurde ein Rohkonzept erwartet, als Grundlage für die Beratung in den Gremien.

Eine kleine Vollbremsung mit kräftiger Verzögerung kam dann im April 2012. Der Auftrag für das Konzept konnte nicht erteilt werden. Geld fehlte. Ein Zuschussantrag war erforderlich mit einer Auftragsvergabe frühestens im September 2012. Erst danach kann es losgehen, so lautete die Nachricht für das Stadtparlament. Eine Verzögerung um mindestens ein bis zwei Jahre. In anderen Orten und anderen Gemeinden werden sich dann schon die Windräder drehen und Weilburg schaut zu.

Dynamik durch Stadtwerke

Mit einer größeren Dynamik wollten die Stadtwerke in Weilburg das Thema angehen. Schlagzeilenträchtig wurde am 20. April 2012 im TAGEBLATT verkündet: „Das erste Windrad dreht sich“. Ein großer Ortstermin mit Medienpräsens, verbunden mit gewichtigen Worten sollte die Energiewende in Weilburg einläuten. Eine „Kleinwindanlage“ wurde am Ortsausgang von Weilburg in Richtung Usingen aufgestellt, als Signal für eine neue Energiepolitik der Stadt. Doch auch dieses Projekt ist kräftig schiefgelaufen, denn bis Mitte Juli drehte sich die Pilotanlage, entgegen der Tageblatt-Meldung nicht (siehe Foto). Technische Probleme, so die lapidare Auskunft der Stadtwerke. Zu klein, unwirtschaftlich, teuer und wenig effizient, so waren bereits damals die Aussagen der Experten zu diesen Anlagen.

Stadtwerke am Gängelband der Konzerne?

Jörg Korschinsky, ein engagierter und technisch versierter Diplomingenieur ist der Geschäftsführer der Stadtwerke. Er hat es nicht einfach mit der Energiewende in Weilburg. Da gibt es den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, den Weilburger Bürgermeister Hans-Peter Schick, der lange Jahre die Windenergie ablehnte und Anlagen in der maximalen Höhe eines Lindenbaumes wollte. Weiter gibt es die großen Energiekonzerne EON und RWE, denen zusammen vierzig Prozent der Weilburger Stadtwerke gehören. Deren Geschäftsstrategie unterstützt große Windparks in der Nordsee und riesige Photovoltaik-Anlagen in der Wüste Sahara. Dort soll der Strom erzeugt und an die Kommunen verkauft werden. Energieerzeugung vor Ort und Erträge für Bürger und Kommunen, das ist nicht das Ziel der großen Versorger. In diesem Spannungsfeld bewegt sich der Chef der Stadtwerke, der Rückenwind für die Energiewende bei uns fehlt.

Energiewende im Schneckentempo

Wir brauchen neuen Schwung für die Energiewende in Weilburg. Ansonsten wird das Projekt im Schneckentempo weiter gehen. Das will niemand. Die Bevölkerung nicht. Die politischen Parteien auch nicht. Auftritte auf großer Bühne bringen das Thema nicht voran. Engagement ist erforderlich und die handwerklichen Fähigkeiten zur Umsetzung gehören untrennbar dazu. Teure Flops wie die Kleinwindanlagen können wir uns nicht leisten. Spielereien mit dem Geld der Gebührenzahler ebenfalls nicht. Die politischen Parteien sind gefordert, neuen Schwung in die Energiewende zu bringen. Auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke ist gefordert. Er muss prüfen, ob mit dem Geld der Gebührenzahler sorgsam gearbeitet wurde.

Ein Beitrag des Stadtverordneten  Hartmut Bock aus Weilburg.”

Was Hartmut Bock in seinem Beitrag nicht schreibt:

1. Jedes dieser kleinen Windräder hat rund 50.000 Euro gekostet.

2. Die Leistung liegt bei sieben Kilowattstunden (das verbrauchen bei unserem Leser “Leuchtturm” alleine Staubsauger, Spül- und Waschmaschine).

3. Wie verlautet, fehlt dem Windrad an der Frankfurter Straße ein Ersatzteil zum Stromproduzieren – und das seit Monaten. Der Hersteller soll insolvent sein – aber das sind wohl nur Gerüchte.

 

Beitrag von an Dienstag, 31. Juli 2012, 06:36:47. Gespeichert unter Foto-Galerie,Neues,Weilburg. Sie können alle Kommentare zu diesem Beitrag verfolgen RSS 2.0. Sie können einen Kommentar oder eine Verlinkung hinterlassen

2 Antworten auf Weilburg: Alle Räder stehen still, …..

  1. Dennis

    Dienstag, 31. Juli 2012, 18:47:40 an 18:47

    50.000 EUR / Anlage.
    Ich kenn leider den gezahlten Tarif nicht aber es steht was von 5-10 Cent pro KwH im Netz.
    Selbst wenn wir der Einfachheit halber mal mit 0,10 EUR pro KWh rechnen.
    Also 0,70 EUR/h
    Macht 16,8 EUR /Tag
    Also 6.132 EUR im Jahr wenn es nonstop läuft.
    Also mindestens 8 Jahre bis die Kosten überhaupt mal eingespielt sind. Da es nicht nonstop läuft wohl eher um die 10-11 Jahre. Nicht wirklich lukrativ diese Investition.
    und wenn es weniger als die 10 Cent sind dauert es noch länger.

    Weilburg könnte ruhig große Windräder bauen evtl. als Investitionsbeteiligung durch die Bürger. Plätze auf freiem Land lassen sich sicher finden.
    Nur dann lohnt es sich finanziell und für die Umwelt !

  2. smarty

    Dienstag, 7. August 2012, 04:15:56 an 04:15

    naja, wenn man diese Berechnung vervollständigt und die Betriebs-, Wartungs- und Verwaltungskosten hinzurechnet stellt sich die Frage ob da jemals Geld verdient wird. Denn am Ende kommen ja noch die Abbruch- und Entsorgungskosten hinzu.

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